Badische Zeitung vom 3. August 2006

Abschied nach zwei guten Jahren
Michael Hartmann geht

Von unserem Redakteur Peter Stellmach

TITISEE-NEUSTADT. "Es waren zwei schöne Jahre" , sagt Michael Hartmann. Es heißt Abschied nehmen für den Pastoralassistenten in der katholischen Seelsorgeeinheit Titisee-Neustadt. Der 30-Jährige wird künftig in Freiburg-
St. Georgen tätig, mit Schwerpunkt Vauban und dort vom
5. September an im ökumenischen Kirchenladen. Nach einem weiteren Jahr als Pastoralassistent wird er Pastoralreferent. Ob es ihm gelingen wird, hin und wieder in den Hochschwarzwald zurückzukehren, lässt er offen. Doch er wird die Menschen hier in guter Erinnerung behalten. Denn, sagt er, "entgegen ihrem Ruf waren sie sehr offen und pragmatisch" . Soll heißen: Das Miteinander auf persönlicher Ebene und in der Arbeit hat funktioniert, Hilfe und Unterstützung waren selbstverständlich. Die neuen Strukturen in der Seelsorgeeinheit, eine der größten überhaupt, seien überraschend gut angenommen worden, trotz der Eigenständigkeit der drei Pfarreien gebe es viele Berührungspunkte und die Zusammenarbeit sei rege. Das ist aber auch das Stichwort für sorgenvolle Überlegungen. Denn ob Hartmann einen Nachfolger finden wird, ist noch unklar. Und sollte seine Stelle, die erste bisher, tatsächlich dauerhaft frei bleiben, fürchtet er, dass "einige Dinge nicht mehr gehen werden" . Zwar soll Krankenhausseelsorgerin Dorothea Welle im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas mehr in die Gemeindearbeit einsteigen. Die Ehrenamtlichen jedoch, glaubt er, hätten ohnehin schon viel zu tun.

Hartmanns Aufgabenfeld war weit gefächert. Die Firmung hat ihn stark beansprucht und war im Rückblick das herausragende Ereignis für ihn persönlich mit der Krönung durch den dreistündigen Gottesdienst. Zu seiner Arbeit gehörte die Seelsorge für die Menschen im Heim Sonnhalde mit "vielen berührenden Momenten" , die Mitwirkung im Arbeitskreis des Seniorenzentrums St. Raphael mit dem Thema Leben und Sterben im Heim, auch die Ökumene und der Religionsunterricht am Kreisgymnasium. Daneben kümmerte er sich um Projekte mit jungen Erwachsenen, zuvorderst das Taizé-Gebet, das sich so gut entwickelt hat, dass es für die Zukunft gesichert sein dürfte.

Ein weitere Zuständigkeit war die Obdachlosen-Seelsorge. Doch so erfreulich für ihn der Kontakt zu den Betroffenen war, so sehr getroffen hat ihn die Entwicklung, die schließlich — aus finanziellen Gründen — zur Schließung der Tagesstätte an der Schützenstraße führte. Trotz der gemeinsamen Bemühungen um den Erhalt der Anlaufstelle für die Wohnungslosen zusammen mit dem Förderverein sei doch "alles ganz schnell gegangen" , und das, sagt er, "war doch sehr belastend" .

Die feierliche Verabschiedung Hartmanns ist in Neustadt und in Titisee im Rahmen der Gottesdienste zu den Pfarrfesten bereits erfolgt. Waldau steht noch aus, und zwar am kommenden Sonntag, 6. August. Den folgenden kurzen Urlaub wird Hartmann gemeinsam mit seiner Frau Mareike, Studienleiterin an der katholischen Akademie, zum Umzug nach Freiburg-St. Georgen nutzen.

Verabschiedung durch Herrn Pfarrer Herrmann und Hedwig Trischler in der Pfarrei Christkönig, Titisee.
Foto: Monika Hofmeier

Pfarrblatt der Seelsorgeeinheit vom 22.07. bis 13.08.2006

Den folgenden Text übermittelte uns Herr Pastoralassistent Michael Hartmann zur Beendigung
seiner Ausbildung in der Seelsorgeeinheit Titisee-Neustadt
:

Dankeschön und „Auf Wiedersehen“

Zwei Jahre meines Ausbildungsweges zum Pastoralreferenten in der SE Titisee-Neustadt sind nun vorüber und jetzt heißt es für mich, Abschied von ihnen zu nehmen. Viele Menschen und Begegnungen habe ich erleben dürfen, mit vielen konnte ich gemeinsam arbeiten und feiern. So schaue ich mit Wehmut zurück auf eine schöne und lehrreiche Zeit in dieser wunderbaren Land-schaft mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Ihnen allen möchte ich für die vielen großen und kleinen Dinge, Anregungen und Hilfen „Danke“ sagen. Vieles nehme ich von ihnen mit Freuden auf den weiteren Weg mit und so manche Erfahrung ist ein gutes Gepäckstück für die weitergehende Wanderschaft im kirchlichen Dienst. Viele Begegnungen werden für mich eine kräftigende Nahrung in (hoffentlich nicht allzu häufigen) kargen Zeiten sein. Mein Weg in der Ausbildung geht nun weiter, mit einem bisher noch unbekannten Ortsziel. Doch ich hoffe, dass es noch Kreuzungen gibt, an denen wir uns wieder sehen werden.

Besonders möchte ich an dieser Stelle für die gute gemeinsame Zeit dem Seelsorgeteam Danke sagen, Pfarrer Johannes Herrmann, meinem Mentor Andreas Alt und Angelika Hug, aber auch den Sekretärinnen: Liselotte Kaiser, Evelyn Walzer und Sabine Medard. Den Pfarrgemeinderäten möchte ich für ihre Aufnahmebereitschaft und Offenheit danken, stellvertretend für alle in der Seelsorgeeinheit, die ich persönlich erleben durfte und deren Engagement und Ideenreichtum das Leben in der Kirche und der Seelsorgeeinheit erhält.

An den Sonntagen am 23. Juli, 30. Juli und 6. August werde ich mich in Neustadt, Titisee und Waldau persönlich verabschieden. Es wäre mir eine Freude, sie dann zu sehen und Worte der Erinnerung und des Abschieds zu wechseln.

Nochmals „Danke und Auf Wiedersehen“

ihr Michael Hartmann